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Nirgendwo
Autor:
Kristin Schmidt (Autor)Kategorie:
Preis:
16,99 €Kundenbewertung:





Ausführliche Beschreibung:
Rom, Aschaffenburg, Ägypten - und doch nirgendwo". Short Cuts bewegen sich wie Zahnräder, angetrieben von einer gehörigen Portion Galgenhumor. Wo findet das wirkliche Leben statt? Diese Frage stellt sich die arbeitslos gewordene Tanja.
Hinein geboren in die Zeit der Vollbeschäftigung erlebt sie, wie ein akademisches Proletariat auf Halde produziert wird. Sie boxt sich durch die Vorzimmer von Werbeagenturen und diverser Medien. Außer der Zugehörigkeit zur Arbeitslosenstatistik befinden sich die Arbeitslosen in der Verbotszone der Gesellschaft, bis diese schließlich einer ... weiterlesen »
Softcover | DIN A5 hoch | 232 Seiten s/w | ISBN: 978-3-8442-0637-1
Deutsch | Altersempfehlung: ab 16 Jahren | Erscheinungsdatum: 29.06.2011
Deutsch | Altersempfehlung: ab 16 Jahren | Erscheinungsdatum: 29.06.2011
Schlagworte:
Ägypten, Arbeitslosigkeit, Borgia, Cäsar, Esoterik, Geschichte, Gesellschaftskritik, Harz IV, Isis, Kobold, Lawrence von Arabien, Rudolph II, SozialkritikKundenbewertung
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von d.braun |
| 06.09.2011 | Die Verfasserin des Romans versteht es, den Leser mit auf eine Reise durch verschiedene Epochen der Weltgeschichte zu nehmen. Reisebegleiter ist ein namenloser Kobold, mit dem 2000 Jahre wie nichts überwunden werden. Chapeau! 5 Sterne! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von m.weinholz |
| 05.09.2011 | Mit Koboldkommentaren zwischen verschiedenen Epochen hin und her zu Reisen ist zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, macht dann aber Riesenspaß. Die Autorin hat die Gepflogenheiten der einzelnen Zeiten sehr genau recherchiert und detailgetreu in ihren Roman eingebaut. Man ist plötzlich mittendrin im alten Rom, Ägypten, Nirgendwo… Ein Roman, den man gelesen haben muss! Maria Weinholz, Hanau |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von anna_schneider |
| 30.08.2011 | : Eine alternde Römerin überdenkt ihr Schicksal in der Weltgeschichte, eine arbeitslose Intellektuelle kämpft den täglichen Kampf mit dem eigenen Ich, ein Esoteriker regt zum Nachdenken an und all dies verknüpft durch einen Kobold im Nirgendwo. Die Figuren werden mit brutaler Feder gezeichnet. Hier wird nichts geschönt oder in Hollywoodmarnier mit Botox geglättet. Die Charaktere haben Ecken und Kanten und genau das macht die Identifikation so einfach. Es ist, als würde die Autorin die Gedanken des Lesers aufschreiben. Die Sprache zeugt von einer hohen Literalität. Selten habe ich so direkte, aber auch überzeugende Sprachbilder in der aktuellen Literatur gelesen. Man muss einfach weiterlesen. Die einzelnen Handlungsstränge laufen nur scheinbar nebeneinander durch den Kobold als "Zeitsprunghelfer" verknüpft her. Im Inhalt zeigen sich viele Verbindungen der Figuren. Endlich mal ein nicht ideenloser Roman, bei dem der Autor Angst hat er könnte sich nicht mehr an die Handlung des ersten Strangs erinnern, sobald er den zweiten beginnt. Eine interessante und intelligente Erzählweise. Wer das Alte Rom liebt, die heutige Gesellschaft kritisch betrachtet und keine 08/15 Lektüre lesen will, ist hier richtig. Ein interessantes Buch, welches zum Lesen anregt, zum Weiterlesen zwingt und trotz literarischen Anspruchs unterhält. Ein gelungenes Werk. Da kann man nur auf weitere Bücher der Autorin hoffen. 5 Sterne! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von g.emge |
| 23.08.2011 | Ein tolles Buch. Die Autorin hat sich intensiv mit den Epochen ihres Romans auseinandergesetzt. Dadurch entsteht beim Lesen das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Man vollzieht zusammen mit Frau Schmidt und ihrem Kobold leichtfüssig die Zeitsprünge durch die verschiedenen Zeitabschnitte und landet am Ende schmunzelnd und mit einem Auge zwinkernd wieder in der Realität. Lesenswert und "Gefällt mir" |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von volker_gross |
| 23.08.2011 | Der sozialkritische Ansatz, den Kristin Schmidt hier angelegt hat, soll wachrütteln. Die perfide Art sich sozialen Problemfällen zu entledigen, weil sie lästig sind und Geld kosten, beschreibt die Autorin in ihrer Fiktion, mit einer gewissen Wut. Oder mag es schon Resignation sein? „Soylent green (Jahr 2022…die überleben wollen) bewegte als Science-Fiction-Film, veröffentlicht kurz nach dem Erscheinen von „Grenzen des Wachstums“, damals die Gemüter. Damals! Deshalb muss heute dieses Thema wieder aktuell in unser Bewusstsein rücken, damit Fiktion nicht Wirklichkeit wird! Die Autorin hat mit ihrem Buch einen ersten Beitrag geleistet. Ein zeitgeistig angelegtes und auf dem ersten Blick komplexes Buch, aber auf dem zweiten Blick hintergründig und humorvoll, dabei zeigt es eine ungewisse, zwielichtige Zukunftswelt auf. Eine Welt, die es in der Realität nicht geben darf. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von dr.eggernfelder |
| 21.08.2011 | Der Autorin gelingt hier ein spannendes Flechtwerk zwischen den Zeiten. Ihre Figuren sind glaubhaft gezeichnet und daher nachvollziehbar. Sie gibt dem Leser, der Leserin, die Möglichkeit sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, und die Verknüpfung der Zeitebenen zu verstehen. Gesagt ist in den Rezensionen genug. Lesen und sich durch die elegante Schreibe der Autorin mitreißen lassen wird zu einem spannenden literarischen Ausflug. Es werden Gemeinsamkeiten aufgezeigt, an die wir uns in unserer Gesellschaft erinnern und diese, kritisch hinterfragt, wieder wertschätzen sollten. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von c.weber |
| 20.08.2011 | In „Nirgendwo“ werden Lebensgeschichten erzählt, die sich durch die Zeiten schlängeln. Die Römerinnen Faustina und Servilia, der Esoteriker Franz Auhuber, die Diana Lichtblau und weitere Protagonisten werden in ihren zeitlichen und sozialen Umwelten beschrieben. Jedoch haben alle eine Gemeinsamkeit: Die Suche nach der Lebenserfüllung. Begleitet werden sie durch die Zeiten von einem kommentierenden Kobold. Mit genauer Beobachtung beschreibt die Autorin die Figuren und ihren Lebensraum. Sie stammen meist aus gehobenen gesellschaftlichen Schichten, die eigentlich einen gesellschaftlichen Aufstieg, eine Karriere erleichtern sollten. Doch zeigt K. Schmidt auf das Scheitern der Protagonisten in der heutigen Zeit. Beklagt eine sich ständig entfremdende Gesellschaft und deren Auswirkung. Trotz der Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen besitzt das Buch Humor. Es ist kein Galgenhumor, sondern ein Humor, der sich aus dem Alltag generiert. Das ist eine besondere schriftstellerische Leistung der Autorin. Auch die Kunstfigur des Koboldes ist gelungen. Ein Buch, das eine Aussage hat, dass in die jetzige Zeit passt. Genug gesagt, einfach lesen! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von r.siemes |
| 19.08.2011 | Sagen muss ich zuerst, was das das Buch „nirgendwo“ von Kristin Schmidt nicht ist, eine „Reife Bananen – Literatur“: süßlich, weich und leicht verdaulich. Doch bei ihr ist schon kauen angesagt. Obwohl die Autorin mit gekonnt leichter Hand den Leser durch die Lebensepisoden der Protagonisten führt. Beeindruckend sind die zentralen Gestalten glaubhaft und farbig gezeichnet. Kauen muss der geneigte Leser auch an der unmissverständlichen Aussage des Buches. Dabei geben sich Ironie und Betroffenheit abwechselnd die Hand. Ich wünsche auf jeden Fall guten Appetit. Es lohnt sich! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von t.lebowski |
| 19.08.2011 | Kristin Schmidt kennt sich aus in der Geschichte. Einzelne Episoden hat sie herausgegriffen und lebendig geschildert. Hervorragend die Beschreibung des Isis - Kults und des Gastmahls der Servilia. Dazwischen springt der Leser ins Heute und erlebt die traurige Wirklichkeit der arbeitslosen Tanja, eine Sitzung mit dem Esoteriker Franz, einen Aufenthalt in der "Klapsmühle" und die satirische und zugleich tragische Lösung des Arbeitslosenproblems. Meisterhafte, lebendige Darstellung der Charaktere. Die Autorin beherrscht ihre Sprache, spielt zuweilen mit ihr, z.B. die Synonyme für den Kobold. Sehr clever ist die Verbindung der Episoden durch den Kobold, der durch die Zeit gaukelt und im Nirgendwo lebt. Zusammenfassend: Spannend, ironisch, "food for thought"! Sehr zu empfehlen! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von p.von_albrecht |
| 19.08.2011 | Die Autorin beschreitet Gewagtes. Sie schafft ein Werk, dass ich im Bereich eines Romans noch nicht kennengelernt habe: verknüpfte Zeitebenen in denen die Figuren sich eins sind – die Suche nach dem Sinn des Lebens. Ihrem Zeitgeist entsprechend zeichnet die Autorin feinsinnig ihre Figuren authentisch. In der Ebene Eins die in Rom handelt, bleibt Faustina die Einzige, die ihren Weg zum Licht findet, die Anderen desorientiert zurücklassend. In einer weiteren Ebene erzählt Kristin Schmidt von dem einflussreichsten Mann seiner Zeit, reich und blutrünstig, Cesare Borgia. Doch der Weg den er beschritt, war nicht der Weg zum Ziel. Noch im Grab hadert er mit sich, die Erfüllung des Lebens nicht gefunden zu haben. In geradezu aufreizender Leichtigkeit schnitzt die Autorin die Figuren der Jetztzeit. Die Protagonistin Tanja Thiller erlebt die Leere der modernen Welt. Die soziale Inkompetenz der Computergesellschaft schnürt sie ein. Sie erlebt die Allmacht und gleichzeitig die Hilflosigkeit des Staates. Bei der Verknüpfung der Zeitebenen gelingt nun der Autorin das Kunststück: Der Kobold. Ein Wesen, mit dem Engel des Lichts Luzifer aus dem Himmel gestoßen, bildet die geistvolle, schon philosophische Klammer der Ebenen. Allein schon diese ist ein literarischer Lesegenuss. Es fällt auf, das die Figuren sich aus dem Mittelstand rekrutieren und auch dem akademischen Proletariat zugehörig scheinen. Fein beobachtet, doppelschneidig geschnitzt, karikierend: so stellt sie die Autorin den Leserinnen und Leser vor. Der sichere Griff ins wirkliche Leben. Die Autorin beweist einen sicheren Schreibstil. Ihre lebendige Schreibe, passgenaue Formulierung und den gewissen Schuss Komik komplettiert die Qualität des Buches. Die Autorin lädt zu einer Zeitreise durch zweitausend Jahre. Ohne erhobenen Zeigefinger , elegant und feinsinnig durch die Zeit führend, weist sie auf das Gemeinsame hin: auf der Suche nach dem Sinn und Erfüllung des Lebens. Die Gesellschaft ist keine mehr. Es gibt nur Einzelkämpfer. Die Familie, der Nachbarschaftsverband, der Staat ist keine Hilfe für das Individuum mehr, eher Gegner. So bleibt einem nur eins: das Ziel, die Hoffnung im Nirgendwo zu finden! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von lena_seib |
| 18.08.2011 | „Nirgendwo“ ist ein interessanter Roman mit interessanten Charakteren, der Unterhaltsamkeit mit Niveau elegant verknüpft. Verblüffend ist die Verwendung des Stilelements der Zeitebenen, die durch einen Kobold pointiert werden. Die Sprache ist abwechslungsreich und reicht von erzählerischen, über journalistische bis hin zu poetischen Textpassagen. Humorvolles findet sich nicht nur in der Figur des Koboldes, sondern besonders in der Szene, die in einer öffentlichen Gemeinschaftstoilettenanlage im Alten Rom spielt. Dabei unterhalten sich der dicke Senator Balbus und der griechische Arzt Alexios angeregt über den Tod. Als aufmerksamer Zeitungsleser und Nachrichtengucker kann man nicht umhin, den aktuellen Bezug des Textes zu unterstreichen. Supie. Ein lesenswertes Buch! 5 Sterne! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von erdpoe |
| 17.08.2011 | Kristin Schmidts Roman, stellte eine anscheinend lose Sammlung von Episoden, mit humoristischen Unterton und sozialkritischen Ausrufezeichen dar. Die Geschichten wirken wie Reisebeschreibungen durch eine sich immer mehr entfremdende Gesellschaft. Und dadurch entsteht eine Verbindung, ein Ganzes! Die Intensität, die die Autorin in ihr Werk legt, lässt eine versteckte Autobiographie vermuten. Zumindest aber einen direkten Bezug zur Wirklichkeit. Besonders zu loben ist die Kunst, Zeitebenen miteinander zu verschachteln und damit den Beweis zuführen, dass die Sehnsucht zur Menschlichkeit und Erfüllung der Protagonisten über die Zeiten identisch geblieben ist. Die Sympathie, die die Autorin für ihre Figuren in sprachlicher Kunstfertigkeit vorstellt ist der „Pfeffer in der Suppe“ dieses Romans. Durch die schnörkellosen, ja oft hoffnungslosen Bilder, zeigt K. Schmidt ihre Fähigkeit ihrer gut recherchierten und realistischen Beobachtungsgabe im Genre Roman zu bannen. Und enthüllt, ohne Pathos, die soziale Ungerechtigkeit unserer Zeit. Ein Buch das Anerkennung verdient, obwohl es wahrscheinlich leider „nur eine Nische“ ausfüllt. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von helmaschneider |
| 16.08.2011 | Zugegeben ich war etwas zögerlich hier meine Buchbesprechung darzulegen. Sie ist meine Erste. Als ich das Buch von Kristin Schmidt gelesen habe, ist mir klar geworden, hier ist eine Stilrichtung angesprochen, die mich an die 60er und 70er erinnert. Dazu fällt mir der damals noch radikale Enzensberger mit einem Zitat ein: “ Das politische System der Bundesrepublik ist jenseits aller Reparatur. Man kann ihm zustimmen, oder man muß es durch ein neues ersetzen. Tertium non dabitur." Ich denke, dass K. Schmidt hier, im Sinne von Enzensberger, einen romanhaften Ansatz hin zur sozialkritischen Literatur wieder zum Leben erweckt. Wir leben im 21. Jahrhundert und die sozialen Probleme sind die Gleichen wie vor 40 Jahren beschrieben. Ich war damals Studentin an der FU – Berlin und habe die 68er Jahre miterlebt. Daher hat mich der Roman von Kristin Schmidt bewegt. Sie verpackt die Gesellschaftskritik subtil in ein literarisch – kreatives Gewand, dass mir als eine Novität erscheint: Ihre Figuren sind realistisch und genau beobachtet beschrieben; der historische Teil exakt recherchiert und durch die Figur des Kobolds werden die Zeitebenen verwoben. Das Buch von K. Schmidt hat Tiefe und sollte bewusst gelesen werden. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von g.rathmann |
| 12.08.2011 | Die Zeit ist reif für ein solches Buch. Auf sozialkritischem und auf hohem Unterhaltungsniveau beschreibt die Autorin, über Zeitebenen hinaus, in einem Roman verpackend, die unseligen Veränderungen und Konflikte der sozialen Gesellschaft. Knüpft sie an die kritische Literatur der 60er/70er Jahre an? Wenn ja, ein brennend-notwendiger Wiederbeginn! Kein Buch mit erhobenem Zeigefinger. Ein Buch mit Courage. Ein Buch, das unterhält: eben kein Groschenroman! |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von j.weber |
| 12.08.2011 | Wer sich auf einen Liebesroman freut, so richtig mit “Herz – Schmerz – Eierkuchen“, ist bei Kristin Schmidt am falschen Platz. In „Nirgendwo“ beschreibt sie Protagonisten, männliche und weibliche, von denen gibt es viele und diese in verschiedenen geschichtlichen Zeiten, die ihr Leben auf den Prüfstand stellen. Das Warum des Seins bewegt die Römerinnen genauso, wie die modernen Frauen und Männer in unserer Zeit. So räumt sie auch mit den vergangenen Wirklichkeiten auf, die bescheinigten, dass Universitätsabsolventen eine Karriere gleich mitgebucht haben. So resümiert K. Schmidt über ihre Protagonistin Tanja Thiller: „Als promovierte Germanistin gehörte Tanja zum akademischen Proletariat: dem Taxi fahrenden Philosophen, dem Kisten stapelnden Betriebswirtschaftler, der kellnernden Slawistin. Ohne Unterlass produzierte die geile Alma Mater Akademiker und Akademikerinnen, um sie – oftmals nach einer schweren Geburt – auf der Müllkippe auszuwerfen.“ Und so ist es auch mir geschehen! Ich ging diesen Weg mit Hoffnung und Engagement. Geblieben ist das „Nirgendwo“ wie von Kristin Schmidt beschrieben. Doch ist der Roman „Nirgendwo“ nicht nur eine bedrückende und traurige Gesellschaftsschelte. Vielmehr zeigt er burlesk und scharfzüngig, wie die Figuren ihre Wege gehen und ihre Ziele finden. Wer also einen historischen Roman, sauber recherchiert, und gleichermaßen einen gesellschaftskritischen und authentisch beobachtenden Roman unserer Gesellschaft im einundzwanzigsten Jahrhundert lesen will, eigentlich lesen muss, wird hier fündig. Dieses Buch macht nachdenklich und fordert soziales Handeln hin zum Menschwürdigen. Wie ich finde eine meisterlich - schriftstellerische Leistung von Kristin Schmidt, die sprachlich genau in unsere Zeit passt. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von fritzboe |
| 15.07.2011 | Das Werk zeichnet einen Zeitenverlauf durch die Vergangenheit, von dem Rom Caesars, über die Borgias, zu Rudolf II bis hin zu Lawrence von Arabien und endet in der modernen, der heutigen Epoche. Schicksale ihrer Zeit, der Reichen, Ohnmächtigen und Wertlosen begegnen dem Leser. Ihre vorgezeichneten Wege enden, bewusst oder unbewusst, im tragischen Nirgendwo. Verknüpft werden die Figuren durch die gemeinsame Suche nach dem Sinn des Lebens, sowie durch ein Geistwesen, einen Kobold, mit seinen ironischen, philosophischen, ja humorvollen Kommentaren. Die Protagonisten sind fein ziseliert in ihrem sozialen Umfeld beschrieben. Die Bilder sind treffsicher gesetzt. Und doch kommen sie in spartanischer Weise daher. Hier hat die Autorin keinen Platz für „Heldenverehrung“ oder eine Identifizierung des Lesers mit einem Protagonisten zugelassen. Die Sprache ist klar und apodiktisch. Und doch, das anspruchsvolle Thema liest sich leicht. Auffallend ist der gewaltige Wortschatz, den die Autorin einsetzt. Kristin Schmidt stellt einen Roman vor, der historische Zeitverläufe mit der Jetztzeit verbindet. Sie bildet mit den Zeiten eine Kollage, die durch die Gemeinsamkeiten der Romanfiguren und des kommentierenden, philosophierenden Kobolds vereinigt sind. Dieses Buch ist Literatur. Die Aussage ist sozialkritisch und daher aktuell! Und hier ist eine der literarischen Leistungen der Autorin besonders hervorzuheben: Sie vereinigt das komplexe Thema mit dem Alltagshumor der Protagonisten und den philosophischen Bemerkungen des „allwissenden“ Kobolds, und beweist damit ihre verblüffend präzise Beobachtungsgabe. Das Buch ist eine mitreißende Lektüre, die zum Nachdenken auffordert. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | von klauti |
| 30.06.2011 | Geschichte muss irgendjemand schon mögen, wenn der – oder diejenige das Buch von K. Schmidt aufschlägt. Verblüffend ist die Präzision mit der der Leser, die Leserin, in die Lebensweise vergangener Kulturen geführt wird. Als Beispiel steht die Esskultur im „Alten Rom“ sowie die fantastische Wiedergabe des ägyptischen Totenbuches als römisch adaptierter ISIS – Kult. Die Autorin lässt die Leser hautnah dabei sein. Auch das Leiden späterer historischer Helden haucht K. Schmidt glaubwürdig Leben ein. Sei es Cesare Borgia, Rudolph II oder Lawrence von Arabien. Sie verknüpft diese Figuren mit heutigen Protagonisten mit dem Ziel einer gemeinsamen Sehnsucht nach Lebenserfüllung, also nach verstehender Daseinsberechtigung. Der Clou, den die Autorin dabei einsetzt, ist der chamäleonhafte, sich der jeweiligen Zeitebene anpassende Kobold, der jede Epoche unangreifbar philosophisch kommentiert. Dabei lässt die Autorin eine „zwischen den Zeilen Witzigkeit“ einfließen, die die Tragik des Themas aufzulösen scheint, bekömmlich macht, aber dadurch die Eindringlichkeit ihrer Aussage intensiviert. Bei diesem Buch handelt es sich, aus dem Blickwinkel der Autorin, um eine Gesellschaftskritik mit der Beweisführung, dass Menschen Ziele brauchen, um sich weiterzuentwickeln. Dies über die Zeiten hinaus und doch dabei menschlich bleiben wollen. Meine Empfehlung, sich beim Lesen Zeit zunehmen, bei einem Werk, welches literarisch überzeugt und in der Gesellschaftskritik heute so notwendig geworden ist. |
